Wie die Fotografie meine Facebookzeit verdreifacht hat

Ihr Lieben ♥,

diesen Beitrag sehe ich für mich persönlich als sehr wichtig an. Seht es als Erklärungsversuch, als Warnung, Erfahrung oder wie auch immer. Aber es ist etwas, was ich gravierend bei mir festgestellt habe, und was ich nicht müde werde, zu erwähnen. Es handelt sich um folgenden Fakt: Die Fotografie hat meine Facebookzeit verdreifacht. Klingt drastisch, ist aber so. Jetzt, da ich auch wieder vermehrt schreibe, im Grunde das Schreiben auch. Aber größter Knackpunkt war tatsächlich die Fotografie.

Eine persönliche Sache vorweg: Ich bin davon überzeugt, das der ein oder andere sicherlich schon von mir genervt ist oder mich entfolgt hat auf Facebook, weil Ich seine Timeline mit Fotografiebildern zuspame 😉 Das liegt einfach daran, dass ich die meisten Bilder mit meinem privaten Account like und nicht mit meiner Fotografieseite. Ich habe einfach das Gefühl, es wird nicht so gerne gesehen, wenn man solche Bilder mit seinem Fotografieaccount likt. So a la, ja, mir gefällt das, aber das muss nicht jeder wissen. Das finde ich zwar schade, aber so ist das nun mal. Das heißt, ich werde auch weiterhin die meisten Bilder mit meinem privaten Account liken, auch wenn meine Freunde dann zu 99% nur irgendwelche schönen Fotografiebilder in ihrer Timeline von mir haben werden. Aber jeder Like, jeder Kommentar ist SO VERDAMMT WICHTIG. Es ist mit das einzige sofortige Feedback, das wir haben und ganz besonders für eine kleinere Seite zählt da alles. Daher stehe ich zu meiner Facebookaktivität, ich poste viel, ich mache viel, ich like und kommentiere viel. Das ist okay. Ich muss mich für meine Leidenschaft nicht rechtfertigen, auch wenn ich das dann natürlich schade finde, wenn das andere nicht so sehen.

Ich denke einige kennen das Verhalten von euch: Immer zu erreichbar sein. Schnell antworten. Immer zwischendurch checken, was es Neues gibt, was man verpasst. An der Bushaltestelle, im Bus, in den Pausen, im Zug. Man hat das Gefühl, stetig auf dem Laufenden sein zu müssen und es entwickelt sich eine Art Druck, man müsse jetzt so und so viel aktiv sein, damit man am Ball bleiben kann. Aber erst einmal von Anfang an.

Ich war schon immer ein Fan von social media. Sei es Facebook oder Instagram. Anderen Leuten zu followern, mit ihnen über die Landesgrenzen hinaus in Kontakt zu bleiben, sich mitteilen zu können und wer macht nicht gerne mal Selfies? 😉 Dennoch hielt sich das bei mir in Grenzen. Mein Konsum entsprach dem Durchschnitt.

Aber dann vor zwei bis drei Jahren entdeckte ich das Hobby der Fotografie für mich und ab da änderte sich mein ganzes Leben, so kitschig es auch klingen mag. Nicht nur die Fotografie veränderte mich, was mein Gehör- und Sehsinn anbelangte, meine komplette social media Aktivität veränderte sich, als ich begann, meine eigene Fotografieseite zu eröffnen. Das heißt es ging nicht mehr nur darum, bei Facebook aktiv zu sein, um eben mit den neusten Urlaubs- und Essensbildern der Freunde auf dem Laufenden zu bleiben oder wer sich mal wieder von wen getrennt hat. Nein, plötzlich ging es um mehr. Auch wenn diese Veränderung langsam erfolgte, so kann ich jetzt, zurückblickend, erkennen, dass mein früheres Facebookich und mein jetziges nicht mehr miteinander zu vergleichen sind. Mittlerweile bin ich in 30 Gruppen auf Facebook aktiv, davon gehören etwa 20 der Fotografie an und habe gefühlt 3000 Fotografieseiten gelikt. Das heißt ihr könnt euch vorstellen, wie mein Feed aussah: Fotografie. Fotografie. Fotografie. Ich habe sogar gar nichts mehr von meinen eigentlichen Freunden mitbekommen, weil alles mit der Fotografie überschwemmt worden ist. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viele neue Fotos täglich gepostet werden! Dann habe ich mir eine Freundesliste angelegt, damit ich da trotzdem auf dem Laufenden bleiben kann. Zudem habe ich alle Gruppen konsequent nicht mehr abonniert, damit ich wirklich nur noch die Fotografenseiten und etwaige anderen Seiten in meinem News Feed erblicke. Es hat mehr Ordnung gebracht, meinen Zeitaufwand allerdings nicht verringert. Es gibt sogar Gruppen auf Facebook, die einen rausschmeißen, wenn man nicht aktiv genug war. Also müsst ihr euch meinen täglichen Ablauf in Facebook so vorstellen:

Ich gehe morgens dran, da am meisten gepostet wird, genauso wie nachmittags/abends. Dann scrolle ich mich also erstmal durch etliche Bilder meiner Lieblingsfotografen und like/kommentiere deren Bilder, so wie es mir gefällt. Dann muss ich eigentlich auch immer Abends in den jeweiligen Gruppen aktiv sein, wieder Kommentare und Likes hinterlassen, noch aktiver sein und mich einbringen. Das mal dreißig, die aufzubringende Zeit könnt ihr auch ausrechnen 😉 Dazu kommt dann aber noch meine eigene Seite, die im Grunde genauso viel Pflege erfordert. Mittlerweile plane ich meine Beiträge eine Woche im Voraus vor, bereitete die Bilder und Texte auf und siehe dann stets zu, das ich ebenso meist nachmittags/abends meine Bilder in entsprechenden Gruppen teile oder dies auf anderen Seite tue, damit meine Reichweite nicht zu niedrig wird. Zudem beantworte ich meistens am Handy direkt die Kommentare, damit dies auch schnellstmöglichst erledigt ist.

Und das jeden Tag aufs neue. Immer anwesend sein, immer aktiv sein, immer auf dem Laufenden, stets sich bemerkbar machen. Das erfordert verdammt viel Zeit und Energie, die ich auch da rein stecke, weil ich weiß, wie wichtig das ist. Ohne Facebook wäre meine Seite und meine Fotografie nicht da, wo sie heute ist. Ich habe mir etwas selbst erarbeitet und das wird und soll noch weiter wachsen. Aber dafür muss man auch etwas tun, ich sehe Facebook also eher als meinen Nebenjob an, weil er es so zeitintensiv ist. Man muss einfach immer zu am Ball bleiben. Natürlich kann man es auch anders handhaben. Dann sagt man, gut, ist mir alles egal, ich schaue nur ein mal die Woche nach, like mal was, poste nen Bild und gut ist. Aber ich kann euch durch eigene  Erfahrungen versichern, das ihr somit lange auf Erfolg warten könnt. Meine Seite wächst ohnehin schon sehr langsam. Es gibt einfach eine so breite Masse, eine so große Flut an Bildern, an weiß Gott wie guten Fotografen, die tausend Mal besser sind, als ich es je sein werde, die dann vielleicht auch noch Tutorials und Youtubevideos hochladen, die man sich auch noch ansehen möchte…Stichwort Weiterentwicklung und Inspiration 😉 Sodass man einfach untergeht, zumindest passiert das meiner Meinung nach schnell in dieser digitalen Welt, in der man es gewohnt ist, sich nicht all zu lange mit einer Sache auseinanderzusetzen.

So, jetzt habe ich aber genug redet 😀

Wie seht ihr die Sache? Wie steht ihr zu Facebook? Wie macht ihr das mit eurer Fotoseite?

PS: Natürlich gehe ich trotzdem mit offenen Augen durch die Welt, sonst könnte ich auch kaum meine Natur und Makros täglich fotografieren und dessen Schönheit erkennen. Das ist aber schon wieder ein Thema für sich in einem neuen Blogbeitrag.

signatur 1

 

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6 Gedanken zu “Wie die Fotografie meine Facebookzeit verdreifacht hat

  1. Dieses ständige Nachrichten und Bilder checken, sehe ich auch, tagtäglich in öffentlichen Verkehrsmitteln in denen ich meinen Weg zur Arbeit nehme. Ich sitze in einem kurzen Bus, ich glaube grob hochgerechnet passen 40 Leute hinein, von denen starren während meiner 7 minütigen Fahrt 33 Menschen aufs Handy. Ein paar Schüler spielen, zeigen sich die neusten Trends, einige hören Musik oder Bücher, viele schauen bei facebook oder sprechen mit whatsapp. Ich mache es grundsätzlich nicht in der Öffentlichkeit, ich schaue mir gerne die Welt an und zähle die Menschen, die auf ihre Handys glotzen.

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    1. Oh ja, in den Bussen ist das ganz, ganz schlimm. Das fällt mir auch zunehmend bei allen Altersklassen auf. Ja, ganz genau. Oder telefonieren 😀 Wobei ich gebe auch zu, gerade Musik hören, wenn ich aus dem Fenster schaue, tue ich sehr viel. Ich habe das mittlerweile soweit in meinen Rythmus integriert. Aber ich bin auch soweit multitasking fähig, immer mal nur einen kurzen Blick zu riskieren, und nicht in eins auf das Handy durchzustarren. Also Hobbyfotografin richtet sich der Blick dann sowieso wieder auf andere Dinge. Aber meistens sind meine Busfahrten dann doch recht langweilig.

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      1. Das kommt sicher auch auf die Fahrtdauer an. Es wird in allen Situationen aufs Handy geschaut, der Bus war ja nur ein Beispiel. Selbst im Restaurant in trauter Zweisamkeit liegen die Teile als Tischdeko mit aufm gedeckten Tisch. Einfach fürchterlich.

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      2. Ja, das stimmt. Oder im Zug…Das stimmt allerdings, so bei Fahrten finde ich das durchaus verständlich. Aber sobald man sich mit anderen menschen unterhält, diese trifft etc, sehe ich solch ein Verhalten als respektlos an. Aber ich kenne mittlerweile auch viel zu viele, die nicht mal mehr frühstücken können, ohne das Handy neben ihrem Brot liegen zu haben.

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  2. ich verstehe es nicht, wie schaffst du das alles? Alleine die Fotos zu machen und zu bearbeiten, dann hier einzustellen und auf alle Kommentare zu antworten und deine Seite zu pflegen, hat mich schon immer erstaunt, aber wenn ich nun lese, was du noch alles machst und liest und dir auf Fb ansiehst, kaum zu glauben, daß du „nebenbei“ auch noch studierst 😉 . Ich habe nur eine Fotographie Seite abonniert… denn wo soll ich eine Grenze ziehen und so kommen deine Bilder einfach gebührend zur Geltung.
    Ich hoffe, du schaffst das alles auch weiterhin 🙂

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    1. Wie lieb von dir! Manchmal frage ich mich das auch 😀 Also ich stehe zb jeden Tag mittlerweile um 7 Uhr auf. Zum Thema Zeitmanagement mache ich aber auch noch mal einen Beitrag 😉 Danke dir, ja es ist sehr anstrengend, dass alles gerecht zu managen. Und dazu kommt dann noch ein sozialleben, Serien schauen und schreiben, neben Facebook und fotografieren 😀 Naaa ich komme jetzte ins sechste Semester, das wird die nächsten Monate also noch witzig bzw spätestens ab Herbst, wenn ich wieder Praktikum und dann Bachelorarbeit habe. OMG wow, das könnte ich gar nicht! Du hast schon richtig gesagt, es gibt einfach sooo viele schöne Bilder, so viel neues zu entdekcen, da ist man nie richtig fertig.
      Ich hoffe auch, dass ich das weiterhin alles unter einen Hut kriege 😉 Im Grunde hat man dann jeden Tag immer was zu tun.

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