Blogreihe Bildbearbeitung #6: Hat Bildmanipulation noch was mit Fotografie zu tun?

Hallo ihr Lieben!

Es folgt mein vorletzter Beitrag!

Allerdings ist dies einer, in dem deutlich werden wird, das ich eine klare Haltung zu dem Thema habe bzw eher eine negative. Ich möchte aber niemanden angreifen, fühlt euch also bitte nicht auf den Schlips getreten!

Also um direkt meine im Titel gestellte Frage zu beantworten: Hat Bildmanipulation noch was mit Fotografie zu tun?. Für mich ein ganz klares Nein. Zumindestens nicht, wenn man es mir als solche verkauft oder verkaufen will.

Ich möchte euch direkt am Beispiel von Pavel Kaplun Art ein paar Bilder zeigen. Es handelt sich dabei um Screenshots aus seiner Facebookchronik 😉

Um es gleich dirket vorweg zu sagen: Pavel ist ein absoluter, begnadeter Meister im Umgang mit Photoshop und Bildafnahmetechniken, da gibt es keinerlei Zweifel. Gerade eben im Bereich der Bildbearbeitung kann man viel von ihm lernen. In seinem Namen auf Facebook steht nicht umsonst das Wort „Art“, denn das, was er macht ist primär Kunst, weniger Fotografie (für mich, auch hier wieder der Hinweis: nur durch gutes Ausgangsmaterial kann man auch gutes schaffen.)

Ich möchte euch auch direkt zeigen, was für mich noch unter starke Bildbearbeitung fällt und was unter Bildmanipulation. Da sind nämlich Grenzen zu setzten!

Dies sind meine Grenzen:

  1. Wenn Sonne eingefügt wird, wo keine war. Natürlich spielt das Wetter nicht immer mit, das ist schade und macht einen mitunter traurig, erst Recht wenn man vielleicht nur den einen Tag vor Ort ist und das Bild nunmal am Besten mit einem gigantischen Sonnenaufgang oder epischen Lichtverhältnissen aussieht. Ihr kennt das vielleicht, wenn ihr morgens früh aufsteht und euch morgens nur so eine graue Matsche-Pampe (also dunkle, triste, graue Wolken) entgegenkommen. Dann denkt ihr euch direkt „ehhh.“. Aber nichts desto trotz bin ich gegen die Veränderungen der Bedingungen vor Ort. Anpassen ja, stark bearbeiten ja, aber nicht etwas hinzufügen, was so nie da gewesen ist.
  2. Genau das gegenteil, zu viel Entfernen. Auch hier habe schonmal in Photoshop einen Mülleimer weggestempelt oder versucht, ein Auto wegzumachen. Das sind Kleinigkeiten, das ist okay. Wenn man aber den Ort nicht merh wiedererkennt, weil so viel wegradiert worden ist an „störenden Elementen“, gehört es für mich zur Manipulation.

Also ja, ich denke, an den Lichtverhältnissen wird zunehmend am meisten verändert. Ich zeige euch aber nochmal meine Auffassung anhand Beispielbilder.

Starke Bearbeitung:

Unbenannt.png

89

4

 

Bildmanipulation:

26710

3

Es ist natürlich nicht ganz einfach, da immer die Grenzen zu ziehen. Wie gesagt, mit schlechten Wetterbedingen kämpfen viele Fotografen und ärgern sich zurecht darüber. Auch will ich denjenigen, die so stark zur Bildbearbeitung greifen, nicht unterstellen, sie sind keine gute Fotografen. Aber für mich bedeutet Bildbearbeitung das Beste aus dem Bild herauszuholen, Farben zu verändern, vllt auch mal ein kleines bisschen künstlerisch oder abstrakt werden (gerade in der Naturfotografie geht das gut, man kann ja stets noch sehr viel aus einem Rohmaterial rausholen!), aber eben nicht aus einem grauen Himmel einen Sonnenaufgang zu machen 😉 Dann ist es für mich keine Fotografie, das Foto ist nur das Ausgangsmaterial der Manipulation durch Photoshop. Dafür wünsche ich mir dann einfach mehr TRANSPARENZ.

Transparenz, die Vorher-Nacher zu zeigen,

Transparenz, über die Veränderungen und Bearbeitungsschritte zu sprechen,

Transparenz, dazu zu stehen, dass das Foto so vor Ort nie entstanden ist.

Denn es gibt genug Leute, die das nicht so galant lösen wie Pavel Kaplun Art, einfach ein episches Bild mit einem Gruß hochladen. Wenn man dann irgendwann mal ein Vorher-Nacher zu Gesicht bekommt, denke ich mir nur „Junge, verkaufe mir nicht etwas als ein Foto, was gar keines ist!“.

Wie seht ihr das? Übrigens waren jetzte meine Beiträge innerhalb dieser Blogreihe stets etwas länger, als man das eigentlich von mir kennt. Was sagt ihr dazu? Lieber Länger? Kürzer? Ganz kurze Texte oder ganz lange? Über eurer Feedback und Kommentare würde ich mich wirklich sehr freuen, das ist wichtig für mich, um mich stetig verbessern zu können.

Morgen lege ich dann die Karten offen und zeige euch MEINE vorher und nacher Bilder, ich bin gespannt! 🙂

signatur

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6 Gedanken zu “Blogreihe Bildbearbeitung #6: Hat Bildmanipulation noch was mit Fotografie zu tun?

  1. Interessant. Ich habe mir darüber bisher nie Gedanken gemacht (werde es in Zukunft wohl auch nie tun), weil man bei mir in der Regel sehr leicht erkennen kann, was Bearbeitung und was Natur ist (siehe hier: https://stiftundfedersite.wordpress.com/2018/03/30/tristesse-finesse/). Dazu stehe ich auch. 😀 Ein Foto allein kann schon Kunst pur sein oder man lässt sein Spielkind raus.
    Nebenbei bemerkt gefällt mir das Bild mit dem bewölkten Himmel über der Stadt besser, weil es mehr Textur hat.
    Nun zu deiner Frage: Deine Texte sind nicht zu lang. Ich kenne Bildbearbeitungsanleitungen, die länger sind und mir weniger weiterhelfen etwas zu verstehen. Du machst da einen guten Job. 🙂

    Gefällt 1 Person

      1. Vielen lieben Dank dafür, dass du Kunst in meinen Bildern siehst.
        Ich finde, dass deine Bilder hier und auf Instagram kleine Boten von Faszination und Enthusiasmus sind. 😀

        Gefällt 1 Person

  2. na das finde ich gut, daß du uns auch deine vorher nachher Bilder zeigst 😀 . Ich hatte jetzt kein Problem mit der Länge deines Textes, du hast doch sehr schlüssig deine Gedanken dargelegt und mit den zahlreichen Beispielen gut illustriert.
    Auf diese Haltung zu Bildbearbeitung im Verhältnis zu Manipulation kann ich mich auch einlassen. Ich hatte ja immer noch Schwierigkeiten damit, daß Bilder bearbeitet wurden, aber nach dieser Reihe von Beiträgen sehe ich das ganz anders und kann mich gut damit abfinden.
    Es war wirklich interessant, vielen Dank für seine große Mühe, uns das so ausführlich zu beschreiben.
    Lieben Gruß
    Reinder

    Gefällt 1 Person

    1. So, ich komme erst jetzt zum Antworten, sorry!
      Dankeschön für das Feedback, freut mich!
      Dankeschön! Ich hatte in der Tat unterschätzt gehabt, wie aufwändig diese Reihe werden würde und vondaher freut es mich umso mehr, dass es sich auch gelohnt hat 🙂
      Alles Liebe
      Nadine!

      Gefällt 1 Person

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